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Der Begriff stammt aus dem griechischen Stadtstaatenwesen und bezeichnete ursprünglich einen inoffiziellen Botschafter, der Fremden Schutz, Orientierung und moralische Fürsorge bot. Die Stoiker weiteten dieses Konzept aus und sahen in der proxenos-Beziehung nicht bloße Gastfreundschaft, sondern einen Ausdruck vernünftiger Gemeinschaft (koinōnia logikē), in der beiden Partnern wechselseitige moralische Verpflichtungen zur gegenseitigen Tugendförderung entstehen. Diese Freundschaft ist nicht fakultativ oder hedonistisch, sondern kategorisch verpflichtend als Teilnahme am universellen Logos.

