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Proskēnē (Vorbühne) ist ein Konzept, das die kritische Schwelle zwischen dem unwillkürlichen Eindruck (phantasia) und der bewussten Zustimmung (synkatathesis) bezeichnet. Im Theater war die proskēnē der Vorraum vor der eigentlichen Bühne, wo Schauspieler sich bereit machten, bevor sie dem Publikum sichtbar wurden. Die Stoiker übertrugen dieses Bild auf die innere Welt: Die proskēnē ist der Ort, an dem Bewertungen sich unbeobachtet formieren, noch bevor das Hegemonikon (Leitendes Vermögen) sie als vollständige Urteile registriert. Wer dort keine Prosoche (Aufmerksamkeit) übt, erlaubt automatisierten Reaktionen, sich zu verfestigen, bevor er bewusst zugestimmt hat.

