Appearance
← Glossar

Prosangeia (προσαγγεία, von prosagō: «hinzuführen») bezeichnet in der stoischen Praxis die bewusste Umwandlung eines äußeren Widerstands in einen inneren Fortschritt. Sie ist nicht bloße Akzeptanz oder Optimismus, sondern eine nüchterne, rationale Neubewertung dessen, was das Hindernis tatsächlich ermöglicht und wie es zur Vervollkommnung der Tugend (arete) beitragen kann. Prosangeia basiert darauf, dass Hindernisse (antikeimenon) den Philosophen erst zeigen, wo seine moralische Kraft bewährt werden muss, und sind daher nicht neutral zu dulden, sondern aktiv als Material für die Tugendübung zu nutzen.

