Prosoche: Die Kunst, dem eigenen Geist beim Urteilen zuzusehen
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Propatheia (von pro- 'vor' und pathos 'Leiden/Gefühl') bezeichnet in der stoischen Psychologie die unmittelbare, nicht-moralische Vor-Emotion oder Vor-Passion. Sie umfasst involuntäre körperliche und seelische Reaktionen wie Erschrecken, Tränen, Schwitzen oder Herzklopfen. Diese ersten Regungen sind Ausdruck der Natur und weder Tugend noch Laster. Sie werden erst dann zu echten Pathē (Leidenschaften), wenn das Hegemonikon (leitende Vermögen) ihnen durch Synkatathesis (rationale Zustimmung) Assent gibt.