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Perioche (griechisch periechin: 'umfassen', 'in sich schließen') bezeichnet in der stoischen Philosophie die praktische Technik, einen Gedanken, eine Situation oder eine emotionale Reaktion soweit zu reduzieren, bis alle fremden Zuschreibungen und Projektionen entfernt sind. Sie zielt darauf ab, die nackte physische oder rationale Realität einer Sache freizulegen—beispielsweise kostbaren Wein als 'vergorenen Traubensaft' zu sehen oder kaiserliche Gewänder als 'gefärbte Schafwolle'. Dies ist kein zynischer Akt, sondern eine methodische Urteilsreinigung (Katharsis), die dem Hegemonikon ermöglicht, frei von doxa hamartanē (fehlerhaften Urteilen) zu operieren und nur mit dem Wesentlichen zu arbeiten.

