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Metathesis
Die bewusste Umformung oder Umstellung des inneren Urteils (Doxa) über eine unveränderliche äußere Situation, ohne diese selbst zu verändern.
Metathesis (griech. μετάθεσις = Versetzung, Umstellung) bezeichnet in der stoischen Praxis die aktive, rational geschulte Neubewertung dessen, was ein äußeres Ereignis für das Selbst bedeutet. Sie ist weder Verdrängung noch falscher Optimismus, sondern eine philosophische Arbeit am Urteil selbst – eine Umstellung der Perspektive durch intellektuelle Arbeit am hegemonikon (Leitendes Vermögen), die ermöglicht, die objektiven Fakten anzuerkennen, während man die Bewertung fundamental verschiebt. Sie setzt voraus, dass die äußere Situation nicht in unserer Macht liegt (ouk eph' hemin), aber die Entscheidung darüber, wie wir sie interpretieren, vollständig bei uns liegt (eph' hemin).

