Prosexia: Die Kunst, wirklich hinzusehen
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Die unbewachte Übernahme des inneren Lebens durch unkontrollierte Eindrücke und externe Bewertungen, als würde ein fremdes Reich den persönlichen Staat einnehmen.
In Epiktets Lehre wird der Geist ohne Prosexia als 'kolonisiert' beschrieben – fremde Eindrücke, gesellschaftliche Meinungen und unbewusste Reaktionen besetzen den inneren Raum wie eine feindliche Besatzungsmacht. Die Tugend besteht darin, diese innere Souveränität durch ständige Wachsamkeit zurückzugewinnen und den Hegemonikon wieder zum absoluten Herrscher des eigenen psychischen Territoriums zu machen.
