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Akrasia im stoischen Sinn

Akrasia im stoischen Sinn

In der stoischen Praxis: das Versagen der Prosoche, bei dem das Hegemonikon trotz intellektueller Einsicht einem falschen Urteil (doxa hamartanē) nachgibt statt es abzulehnen.

Während klassische Akrasia ("Willensschwäche") bedeutet, das Gute zu wissen und dennoch Böses zu tun, verstehen die Stoiker dies als akute Prosoche-Mangel: Ein Moment, in dem das innere Wachbewusstsein zusammenbricht, das falsche phantasma (Eindruck) nicht untersucht wird, und synkatathesis (Assent) automatisch erfolgt. Dies ist nicht moralisches Versagen im Sinne echten Nichtwissens, sondern temporäre Aufmerksamkeitsabschlacht – Aprosexia im Handlungsmoment.